„Unnoticed“ – Nina Niederhausen macht das Unbeachtete sichtbar

„Unnoticed“ – Nina Niederhausen macht das Unbeachtete sichtbar

Die Brachbacherin Nina Niederhausen stellt ihre Werke unter dem Titel "Unnoticed" derzeit im 4Fachwerk-Museum in der Mittelstraße aus. (Foto: Museum)

Freudenberg. „Sie hat sich einen Namen in der internationalen Aquarellszene gemacht", betont Kai Niederhausen anerkennend über die beeindruckende künstlerische Entwicklung seiner Schwester. Kai, selbst als Graffiti-Künstler „Semor" international bekannt, hielt zur Ausstellungseröffnung von Nina Niederhausen am vergangenen Freitag im 4Fachwerk-Museum die Begrüßungsrede.

Die Werke der in Brachbach lebenden Künstlerin stoßen mittlerweile auf große Resonanz in Fachkreisen. So wurde eines ihrer Bilder ausgewählt und bei der Confederation of Watercolor Societies (ECWS) in Finnland ausgestellt – unter 160 Werken von europäischen Aquarellkünstlern aus 14 Ländern, darunter zwölf aus Deutschland. Zudem wurde Nina Niederhausen eingeladen, ihre Arbeiten unter anderem in Griechenland, Mexiko, Italien, Spanien und ab Mai in Großbritannien zu präsentieren. Die Aufnahme in die Deutsche Aquarellgesellschaft spiegelt ihren künstlerischen und handwerklichen Fortschritt wider. Über ihre Liebe zu Aquarellen sagt sie: „Mich faszinieren die Farbintensität, die Verläufe und das Spiel von Licht und Schatten."

In Freudenberg präsentiert Nina Niederhausen ihre Werke unter dem Titel „Unnoticed". Sie legt dabei den Fokus auf das Verborgene, das Alltägliche, das viele vielleicht übersehen: Spuren, Strukturen und Oberflächen wie Rost, verwittertes Holz oder Stoff, die oft unbeachtet bleiben. Sie versteht sich als Chronistin der Wirklichkeit, die Schönheit in den kleinen Details des Lebens entdeckt. „Aus Objekten, die sonst unbeachtet bleiben, entstehen Kunstwerke", so ihr Bruder Kai.

Nina Niederhausen selbst erklärt: „Mein Ziel ist es, die Schönheit im Unscheinbaren einzufangen." Jede Rostspur bezeuge, dass das Leben Spuren hinterlässt und auch Zerbrochenes Teil unserer Realität bleibt. Sie geht bewusst über bloße Fotorealistik hinaus: „Man soll stets das Gemalte, den Pinselstrich und die Farbverläufe erkennen können."

Ulrike David, verantwortlich für Kunstausstellungen im 4Fachwerk-Museum, hebt die außergewöhnliche Intensität hervor, die in den Bildern spürbar wird. Aus Alltagsnarben schaffe Nina Niederhausen Details voller besonderer Ästhetik; sie dokumentiere Prozesse des Verfalls und zeige, dass Dinge bestehen, solange sie wahrgenommen werden.

Klaus Siebel-Späth, Vorsitzender des 4Fachwerks, lud während der Vernissage ein: „Nehmen Sie sich Zeit, die besondere Ausstrahlung dieser Werke zu erleben – hier gibt es wirklich Außergewöhnliches zu entdecken!" Besonders beeindruckend sei, wie Nina Niederhausen durch ihre Aquarelle dem Unbeachteten neues Leben verleiht und damit ihr Ziel, das Unsichtbare sichtbar zu machen, meisterhaft erreicht.

Die Ausstellung ist bis zum 1. März in Freudenberg zu sehen. Das Museum öffnet mittwochs, samstags und sonntags jeweils von 14 bis 17 Uhr. Sonderöffnungen sind nach Vereinbarung möglich. Der Eintritt kostet drei Euro.

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