Freudenberg. Schon früh entwickelte sich bei Eduard Rangnau eine besondere Faszination für Material, Struktur und Form. Diese Leidenschaft führte ihn in ein traditionelles Handwerk, denn er absolvierte eine Ausbildung zum Metall- und Glockengießer. Viele Jahre arbeitete er in einer Kunstgießerei und erwarb so ein tiefes Verständnis für jeden einzelnen Schritt des Metallgusses, für Präzision, Geduld und Verantwortung gegenüber dem Material.
Aus dieser handwerklichen Basis entwickelte er seinen eigenen künstlerischen Weg. Seit 2022 arbeitet Eduard Rangnau selbstständig als Künstler und in einer Kunstgießerei. In der von ihm geführten Galerie in der Siegener Oberstadt präsentiert er seine eigenen Arbeiten und bietet zugleich anderen Künstlerinnen und Künstlern eine Plattform.
Auf dem Schmiedefest am 2. August im Freudenberger Technikmuseum stellte Eduard Rangnau erstmals seine Kunst einer breiten Öffentlichkeit vor. 200 begeisterte Zuschauer beobachteten gespannt den Gießvorgang einer Glocke. Das Besondere: Rangnau fertigte eine Bronzeglocke für die alte Turmuhr von 1889, die nach ihrer Ausmusterung zusammen mit einem Original-Zifferblatt ihren Weg ins Technikmuseum gefunden hat, wo sie im kommenden Winter wieder aufgebaut wird. Doch es fehlte eine Glocke für den Klang der Tageszeiten. Was war naheliegender, als von dem Künstler eine Glocke für das Museum neben dem Museum zu gießen.