Bühl. Kein Wilder Westen mehr auf dem Hof Kolb für Tausende Besucher! „Wenn ich an die großen Westernfeste und die dazu gehörigen Darstellungen von Mensch und Tier denke, stehen mir heute noch die Haare zu Berge“, so das Vorstandsmitglied Jörg Thul der Tonkifreunde aus Bühl. Westernmann Thul weiter: „Wir haben manchmal Pferde und Kühe knapp und nur mit einem dünnen Seil abgesperrt, an den Zuschauern vorbeigeführt, es ist immer gut und schön gewesen“. Nach der momentanen Rechtslage und die daraus resultierenden Haftungsgesetze für die ehrenamtlichen Mitarbeiter wollen wir nicht ständig unter dem Damokles-Schwert des eventuellen persönlichen Ruins unsere Arbeit für die Mitmenschen und die gute Sache tun.   

So gehen die Bühler-Westernliebhaber mit folgender Pressemitteilung bekannt:

Mit großem Bedauern haben wir zur Kenntnis nehmen müssen, dass im Zusammenhang mit dem tragischen Unglücksfall auf dem Backes-Fest in Alchen im vergangenen Jahr, nun doch Einzelpersonen des Heimatvereins Alchen zu strafrechtlicher, und in Folge vermutlich auch haftungsrechtlicher Verantwortung gezogen werden sollen.

Genau wie unsere Gedanken vor einem Jahr bei den Opfern und ihren Angehörigen waren, sind sie heute bei den betroffenen Personen, die durch ihren persönlichen Einsatz für die Allgemeinheit mit Sicherheit nur Gutes gewollt haben, und auch ohne juristische Verfolgung durch die Ereignisse bereits für ihr Leben traumatisiert sind.

Die Konsequenz daraus, für unseren Verein Tonkifreunde Bühl, kann daher leider nur sein, für die Zukunft auf jede Art von öffentlicher Veranstaltung zu verzichten!

Die straf- und haftungsrechtlichen Risiken, die sich daraus etwa für ein „Indianer- und Westernfest“ oder eine „Wild-West-Weihnacht“ mit mehreren tausend Besuchern, oder aber Kinderveranstaltungen, im Rahmen der Ferienspiele ergeben, sind so groß, dass wir sie nicht selber tragen können, und schon gar nicht unseren vielen ehrenamtlichen Helfern zumuten wollen, die unbezahlt und unter Einsatz ihrer persönlichen Freizeit eine solche Veranstaltung erst möglich gemacht haben.

Bei diesen Helfern der vergangenen 14 Jahre möchten wir uns noch einmal ganz herzlich für ihren ehrenamtlichen Einsatz zu bedanken. Auch bei Ihnen, liebe Besucher, möchten wir uns bedanken: für Ihr Vertrauen, für Ihre Treue und für Ihre Begeisterung, mit der Sie die „Indianer- und Westernfeste“ oder „Wild-West-Weihnachten“ der Vergangenheit auch für uns zu unvergesslichen Erlebnissen gemacht haben.

Unser Dank und unser Abschied ist verbunden mit einer Bitte:

Helfen Sie mit, dahingehend auf die Politik einzuwirken, dass zukünftig eine solche Rechtssicherheit geschaffen wird, dass ehrenamtlicher Einsatz für die Allgemeinheit auch ohne Risiko für die persönliche Existenz wieder möglich wird. Sonst wird uns allen am Ende nur noch der heimische, aber vermeintlich sichere TV-Apparat, als einzige Freizeitquelle bleiben.

Tonkifreund Jörg Thul macht auch noch den Vorschlag an die Gesetzgeber, über eine Art Vereins-GmbH nachzudenken, so wie in der freien Wirtschaft üblich, dann währe zumindest der finanzielle Rahmen für die Ehrenamtlichen in den Vereinen überschaubar.

 

Fotos: Henning Prill

 

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