Freudenberg. Pünktlich um 11.11 Uhr hat in Karnevals-Deutschland der Straßenkarneval begonnen. Da Freudenberg zurzeit an der heimischen Hochburg für Karnevalisten und Jecke arbeitet, ist in der Stadt die Rathauserstürmung noch etwas später, als sonst wo im Land. Um 17.11 Uhr versammelten sich etwa 50 „Alte Weiber“ auf dem Mórer Platz, um zur „Elferzeit“ zum zweiten Mal das Rathaus zu erstürmen.

Im Rahmen der Brauchtumspflege und Weitergabe des karnevalistischen Gedankens 
führt der 1. Karnevals-Verein-Oberheuslingen in Freudenberg eine bekannte Tradition weiter. Unter dem Dach des Zentralen-Busbahnhof trafen sich merkwürdig gekleidete Frauen in konspirativer Absicht. Mit Megaphon und großer Pauke, der übliche Karnevalsbewaffnung, bereitete sich die geballte Ladung Frauenpower auf das zweite Karnevals-Attentat von Freudenberg vor. Die Erstürmung des Verwaltungsgebäudes wurde von Britta Krämer, aktives Mitglied im Planungsstab des 1. KVO, und ihren Mitverschworenen geplant und durchgeführt. Die Heuslinger Karnevalisten können sich nach dem gelungenen Start 2016 mittlerweile über 170 eingetragene Mitglieder freuen.

Als die Stunde zur Stürmung am Donnerstagnachmittag gekommen war, gingen die Fastnachtweiber singend und laut musizierend aufs Rathausportal zu. Hier trafen sie auf keinerlei nennenswerten Wiederstand und gelangten schnell in die erste Etage und zum Büro der Bürgermeisterin. 

Im Chefbüro des Rathauses zeigte sich die Hausherrin Nicole Reschke bestens vorbereitet und zog mit der heiter gestimmten Frauenschar ins Foyer zum obligatorischen Erinnerungsfoto und dem anstimmen des Schlachtrufs.

Nach dem Absingen einiger mehr oder weniger züchtiger Lieder wurde die Freudenberger First Lady Nicole Reschke mit einer roten Pappnase verkleidet, und musste den Heuslinger Karnevalsruf, als gelernt und Textsicher ausrufen können: „Heilung Alsaka“.

Die verrückten Weiber bereiteten nun den nächsten Anschlag auf das Stadtoberhaupt vor, sie zogen ein Paar Handschellen mit Plüschummantelung hervor und fesselten „Nicole die Erste“, um so die Entführung in einen gastronomischen Betrieb in die Altstadt zu vollziehen.

Auf die Frage: „Wer die Handschellen aus seinem Nachschränkchen mitgebracht hatte?", gaben die "Weiber" keine Antwort.

Da die Karnevalswelle in den vergangen Jahren immer wieder aus dem benachbarten Rheinland Pfalz ins Siegerland geschwabt ist, war es nur eine Frage der Zeit, bis die Oberheuslinger darauf reagieren mussten. Seit dem vergangenen September 2016 hat der eingetragene Karnevals-Verein in Oberheuslingen die Wurzeln gelegt, und begrüßte nun die heimischen Jecken zur Sessionseröffung mit einer großen Veranstaltung am kommenden Samstag im Sängerheim. Statt „Alaf“ und „Helau“ heißt es beiden den Heuslingern „Heilung Alaska“.

Mit diesem „Heilung Alaska“ bekunden die Freudenberger Narren ihre karnevalistische Zuneigung und ihren ganz persönlichen Frohsinn im Verein. Karnevalsmitglied Gerda Flender bemühte ihr Handy um eine kölsche Schreibweise zu überprüfen, nach der Eingabe von „Alaf und Helau“, schlug das Mobiltelefon die Schreibweise „Heilung Alaska“ vor. Dieser Übersetzungsvorschlag fand so positive Aufmerksamkeit, dass es immer wieder heißt: „Heilung Alaska“

Die Bürgermeisterin wurde von den Rathausmitarbeitern nach ihrer Entführung, mit abgeschnittenen Krawatten und der Übergabe der Trophäen, an die alten Weiber wieder in die Freiheit entlassen.

 Fotos: Henning Prill 

 

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